Jahresrückblick 2020

Vieles von dem, was wir uns für 2020 vorgenommen hatten ist Corona zum Opfer gefallen.

Die Vermittlung der deutschen Sprache, Gesprächsrunden, Nachhilfe, gemeinsame Unternehmungen, Radreparaturen. Alles wurde einer Belastungsprobe ausgesetzt oder fand nicht statt.
Dazu kommt das Elend der Geflüchteten in den großen Lagern in Griechenland, die schlechte Versorgung der Geflüchteten in so manchem EU-Land und dann die politische Lage, in der versucht wird Seenotrettung zu unterbinden, Hilfsorganisationen zu kriminalisieren, Flüchtlingsströme gegen die EU als Druckmittel zu richten usw. Ich finde das einfach furchtbar.

Was kann man tun? Ich möchte hier nicht alles rezitieren,was zu diesem Thema bereits notiert wurde, daher nur eine Gedankenanregung, eine aus aktuellem Anlass:
Ein Baustein beim Kampf gegen Fluchtursachen ist, in den Herkunftsländern menschenwürdige Lebensgrundlagen zu schaffen bzw. deren Zerstörung zu verhindern. Hier gibt es die Idee, das die hiesigen Einkäufer von Rohstoffen oder Produkten aus den betroffenen Ländern Verantwortung entlang der Zulieferkette wahrnehmen und diese Verantwortung nicht einfach irgendwohin delegieren können. Da diese Lieferkettenverantwortung bisher nicht auf freiwilliger Basis funktioniert hat, soll sie gesetzlich geregelt werden. Aus dem Wirtschaftsministerium kommt nun die laute Klage, wegen der Corona-Belastung könne das die Wirtschaft nicht stemmen. Ernsthaft? Wir brauchen also wegen Corona weiterhin unsere Kinderarbeitssklaven? Und wegen Corona soll also weiterhin der Amazonaswald abgefackelt und die dortigen Kleinbauern und Indigene vertrieben werden, damit dort für ein paar Jahre Soja für unsere Massentierhaltung angebaut werden kann? Na dann, Guten Appetit und: Herr Minister Dr. Müller – kämpfen Sie bitte weiter.
Zurück zum lokalen Geschehen.
Ich finde wir alle können stolz darauf sein, dass wir uns von der politischen Wetterlage nicht hindern lassen weiterhin den Geflüchteten zur Seite zu stehen. Nachhilfe, Ämtergänge, Arbeitssuche, Formular-Ausfüllhilfe usw. all dies ist nach wie vor nötig und findet (wenn auch reduziert) weiterhin statt. Da Corona uns noch eine Weile begleiten wird, habe ich mich nach einem datenschutzkonformen Videokonferenztool umgeschaut und bin bei Jitsi gelandet. Es kostet nichts, ist für PC und Smartphone verfügbar und Freifunk München bietet (insbesondere auch für Organisationen wie den Arbeitskreis Asyl Speyer e.V.) eine kostenlos Plattform an.

Hier der Link zum Aufsetzen eines solchen Meetings, Doku findet man da auch:

https://ffmuc.net/freifunkmuc/2020/03/21/meet/

Mir bleibt, Ihnen allen ganz herzlich zu danken, für Ihre Hilfe, Ihre Unterstützung, fürs Mut machen. Bleiben Sie uns und der Thematik gewogen, achten Sie auf sich und bleiben Sie und Ihre Lieben gesund.
Der Vorstand des Arbeitskreis Asyl Speyer e.V. wünscht Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein bereicherndes neues Jahr.